Als man in den Achtzigerjahren durch die urbane Wüste der Mauer-stadt wanderte, sah man sich, besonders in Kreuzberg, dem Bild verrotteter Behausungen und verfallener Häuser ausgesetzt. Heute, zwanzig Jahre nach der Wende, sind diese bitteren Impressionen weitgehend verschwunden.  

 

Die Bilder des Malers Herbert Weitemeier jedoch, der von 1935 bis 1998 mit Unterbrechungen in Berlin lebte, erinnern uns an dieses vergangene Stadtbild mit seinen trostlosen Narben der Nachkriegszeit – und zugleich sehen wir in ihnen auch etwas, was über die damalige Zeit hinaus wirkt. Heute ist die apokalyptische Zukunftsmahnung seiner Bilder als ein Feldzug gegen die Zerstörung der Städte, der Umwelt und der Menschlichkeit zu verstehen. Und auch wenn er im Laufe seines Lebens die Stadt Berlin häufig und auch für längere Zeit verlassen hat: Das zentrale Thema seines Schaffens blieb die Stadt als Sinnbild menschlichen Seins.

Was für Weitemeier ursprünglich reine Darstellung der Berliner Stadtlandschaften war, entwickelte sich im Laufe der Jahre immer intensiver zum sozialen Engagement. War es ihm zunächst nur daran gelegen, die Trostlosigkeit menschlicher Behausungen, die Miets-kasernen abzubilden, so wurde er sehr schnell zum Chronisten der Zerstörung und des Wiederaufbaus seiner Stadt und zum Kontrahenten des totalen Abrisses. Auf seinen Bildern von der Stadtwüste mit ihren Abrissgebieten, wie er die Berliner Stadtlandschaften zu nennen pflegte, fallen die Menschen nur dadurch auf, dass sie keine Rolle spielen. 

 

 

Ungeachtet des Stempels "Kreuzberger Maler" oder "kritischer Realist", hat Herbert Weitemeier sich immer der konservativen Einordnung in Malstile und künstlerische Genres entzogen. Schon zu Lebzeiten zählte er zu den wenigen Künstlern Berlins, deren Bilder nicht nur ausgestellt, sondern auch gekauft wurden.  

 

Mit den Bildern, die wir auf dieser Webseite zeigen, soll das Werk Weitemeiers einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt werden, wir möchten Galerien und Museen für sein Werk interessieren. Es ist der Beginn eines umfangreichen Verzeichnisses des Gesamtwerks, auf das zurückgegriffen werden kann. Auβerdem werden einige der Werke zum Kauf angeboten. Ziel ist, das Werk für Interessierte und Aussteller, Museen und Kunstämter zugänglich zu machen.

 

Sebastian Weitemeier

© 2015 Freundeskreis Herbert Weitemeier

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